Bei der Bibliotherapie (auch manchmal Posietherapie genannt) geht es um die heilsamen Effekte von Literatur im allgemeinen – ein “Buch auf Rezept” sozusagen. Die Heilkraft der Sprache kann dafür in vielfältigen Bereichen Anwendung finden: in der Psychotherapie und Lebenshilfe, der Rehabilitation, in der Arbeit mit alten Menschen oder Menschen mit besonderen Bedürfnissen, in der Begleitung Sterbender und Schwerkranker, aber auch in Pädagogik und Erwachsenenbildung. So wird sich beispielsweise die Identifikation mit den im Buch beschriebenen Figuren zu Nutze gemacht um Menschen neue Perspektiven und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen, ohne das es dabei eines zusätzlichen Lehrers bedürfte.

Besonders in England und den USA findet die Bibliotherapie breite Anwendung, jedoch gibt es auch im deutschen Sprachraum Möglichkeiten der Ausbildung. Anfang der 70er Jahre wurde sie von Ilse Orth und Hilarion Petzold in Deutschland eingeführt. Das “Deutsches Institut für Poesie – und Bibliotherapiebietet in Kooperation mit der “Europäischen Akademie für biopsychosoziale Gesundheit, Naturtherapie und Kreativitätsförderung EAG”  auch Teile der Ausbildung in Österreich (Graz) an.