Wie stehen die Chancen, als Autor oder Autorin einfach „entdeckt“ zu werden? Wie Mag. Elmar Weixlbaumer, Geschäftsführer des Goldegg Verlages, das einschätzt, könnt ihr hier lesen.

Laut einer Umfrage unter Autoren gibt fast die Hälfte der Schreibenden an, dass sich ihr Buch nur durch seine Qualität verkaufen soll. Werbung sei etwas Entsetzliches und das eigene Buch habe so etwas nicht nötig. Gerne kommt dann das Beispiel irgend eines wirklich erfolgreichen Autors, der zurückgezogen lebte, nichts für seine Bücher tat, dann “entdeckt” und berühmt wurde.

Zwei Statistiken können hier helfen: Zum einen ist es richtig, dass manche Autoren zufällig “entdeckt” wurden. Doch dürfen wir nicht vergessen, dass es neben den sichtbaren Autoren noch unzählige »nicht entdeckte« Autoren gibt, denen jeglicher Ruhm verwehrt blieb. Rolf Dobelli beschreibt in »Die Kunst des klaren Denkens« das Survivorship Bias, den Fehler, die sichtbaren Erfolge tendenziell zu überschätzen, weil man von den zahllosen Misserfolgen nichts erfährt. Von einem Erfolgsautor dürfen wir keinesfalls auf alle schließen, denn dann ignorieren wir Millionen uns unbekannter Fehlschläge.

Zum Zweiten ein Vergleich: In Amazon sind derzeit an die 40 Millionen Bücher gelistet. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, völlig zufällig, also ohne Werbung oder andere Impulse, ein bestimmtes Buch zu erwischen? Stellen wir uns dazu einen Mann vor, der von Madrid mit dem Auto nach Moskau fährt. Irgendwo entlang dieser Strecke wirft er ein Bündel Geldscheine aus dem Fenster, wir wissen nicht wo. Es könnte in Spanien, Frankreich, Belgien, Polen oder irgendwo in Russland sein. Jetzt steigen wir selbst ins Auto und fahren dem Mann die ganze Strecke nach. 3 Tage Autofahrt liegen vor uns. Und irgendwo auf diesem langen Weg steigen wir völlig zufällig und ungeplant auf die Bremse und springen aus dem Auto.
Die Wahrscheinlichkeit, dass wir jetzt genau vor dem weggeworfenen Bündel Geldscheine stehen ist höher, als von alleine bei Amazon gefunden zu werden.

Etwas anzubieten, ohne Marketing zu machen, ist sinnlos und schade um das Werk. Erfolgreiche Autorinnen und Autoren wissen das. Die Konkurrenz eines Autors sind nicht die besten Schreiber, sondern die besten Vermarkter.

Buchvermarktung beginnt lange vor dem Schreiben!

Mehr zum Thema kannst du in der Neuauflage des Buchs “Bestseller-Insiderwissen für Buchmarketing” nachlesen.