Der freie Lektorin Magda Werderits berichtet in dieser Blogserie über die Gründung ihres Unternehmens Textfein. Heute: ein exemplarischer Arbeitstag der selbstständigen Lektorin. 

Es ist Mitte des Monats und somit Zeit für einen neuen Artikel von mir. Im letzten habe ich angekündigt, dass ich von meinem Arbeitsalltag berichten möchte – genau das werde ich jetzt tun.Nach der doch einigermaßen ruhigen und entspannten Weihnachtszeit startet das neue Jahr gleich turbulent; und das bedeutet manchmal auch Stress, Stress, Stress. Nur mit einem guten Zeitmanagement schafft man es, das Studium und die Selbstständigkeit unter einen Hut zu bringen, besonders dann, wenn die Prüfungen vor der Türe stehen. Derzeit läutet mein Wecker um 07:30 Uhr, mein Arbeitstag beginnt dann um 08:00 Uhr in meinem Büro.

Erstmal erledige ich organisatorische Dinge: E-Mails beantworten, Ordnung ins E-Mail-Postfach bringen, meine Auftragsliste aktualisieren, fertig korrigierte Texte abgeben, das Diensthandy einschalten, die To-do-Liste für den Tag durchgehen. Meist beginne ich mit eher nicht so anspruchsvollen Dingen, um mich in den Arbeitstag einzustimmen.

Aktuell bereite ich mich auf eine Gruppenarbeit für die Universität vor. Erster Punkt auf der Liste abgehakt. Dann beginne ich, für eine Prüfung zu lernen und muss dafür sicher eineinhalb Stunden einplanen. Schon ist der zweite Punkt abgehakt. Jetzt steht ein Korrektorat für einen Stammkunden an – ein Großauftrag, der höchste Konzentration erfordert. Etwa zehn Normseiten gehen sich vor dem Frühstück, das ich meist erst spät einnehme, noch aus.

Jetzt ist es nach 11:00 Uhr und somit Zeit für eine schnelle Mahlzeit. Danach korrigiere ich bis circa 15:00 Uhr. Für mich ist wichtig, dass ich zwischendurch immer wieder kurze Pausen einlege, um meine Augen zu schonen und um mich nach kurzem Abstand vom Projekt wieder voll darauf einlassen zu können.

Lesen, lesen, lesen – am Nachmittag widme ich mich einem Kriminalroman für ein Seminar an der Universität. Für mich ist diese Tätigkeit genauso wichtig wie alles andere und wird danach ebenso als Listenpunkt abgehakt. Um 17:00 Uhr ziehe ich Resümee und plane bereits den nächsten Tag oder erledige noch Kleinigkeiten.

Das Arbeiten mit Texten kann auch anstrengend sein, oft merke ich, dass ich meine Augen lange genug auf den Bildschirm gerichtet habe. Ein Beitrag für Facebook und Instagram ist aber trotzdem noch drin. Die Vorbereitung und das Posten nehmen oft mehr Zeit in Anspruch, als gedacht. Mittlerweile ist es nach 17:30 Uhr und ich schließe meine Bürotür und schalte das Diensthandy aus. Jetzt habe ich etwas Zeit übrig, in der ich Hausarbeit erledige und mir ein spätes Mittagessen zubereite. Der Abend gehört ganz mir, manchmal ist es allerdings schwierig, die Arbeit im Homeoffice zu lassen. Von E-Mails und Kommentaren in den sozialen Netzwerken kann ich mich oft nicht trennen.

Trotz meines langen und stressigen Arbeitstages war der Weg in die Selbstständigkeit auf jeden Fall richtig! Ich kann mir keine schönere Arbeit vorstellen als das Korrigieren und Lektorieren von Texten.