Das neue Jahr bringt eine Änderung: Nach vielen Jahren wird aus unserem AutorInnenstammtisch der #weilwirbücherlieben-Stammtisch. Am Format ändert sich nicht viel, wir verstehen die Änderung als Öffnung. Der Stammtisch richtet sich nicht mehr ausschließlich an AutorInnen, sondern an alle Buchbegeisterten. Der Eintritt ist wie immer frei, der Stammtisch findet im Café Goldegg statt.

Als Gast im Februar haben wir den Verleger Albert Eibl eingeladen. Der junge, umtriebige Mann hat es geschafft, sich mit seinem DVB-Verlag zu etablieren. Er gräbt alte, vergessene Romane aus und gibt ihnen mit erneuter Veröffentlichung ein neues Gesicht sowie ein Publikum, dem die AutorInnen bisher oft kein Begriff waren. Namen wie Else Jerusalem, Marta Karlweis oder Maria Lazar waren früher in aller Munde und bekannte AutorInnen. Nun erlangen sie – dank Eibls Engagement – auch unter den heutigen LeserInnen wieder eine höhere Bekanntheit.

Eibl erzählte beim Stammtisch von den Herausforderungen seiner Arbeit. Beispielsweise: An die Manuskripte bereits verstorbener AutorInnen heranzukommen, sei nicht immer ganz leicht – oftmals müssen Nachkommen der AutorInnen überzeugt werden, bevor sie ihr Okay geben. Gemeinsam gingen wir auch das Frühjahrsprogramm und die Backlist des DVB-Verlags durch. Dabei fiel eines besonders auf: Eibl publiziert meist nur eine Novität pro Saison.

„So kann ich meine Kapazitäten ganz auf den Titel konzentrieren und die Presse wird nicht übermäßig saturiert. Über eine Wiederentdeckung pro Saison berichtet das Feuilleton gerne.“

Eibl erzählte auch von Lesungen, die er oft unkonventionell angeht. Für die Lesung von Eibls einzigem noch lebenden Autor, Alexander Pschera, organisierte er eine Weinverkostung, für die man sich schon im Vorhinein ein Ticket kaufen musste. Darin enthalten waren das Buch und der Eintritt für die Verkostung. „An dem Abend haben wir viele Bücher verkauft, das war ein toller Erfolg“, erzählte Eibl lachend. Neben der Arbeit in seinem eigenen Verlag ist Eibl auch sonst vielseitig beschäftigt: Zum Beispiel für den dtv-Verlag, für den er ein Humboldt-Projekt abwickelte. Nebenbei schreibt er auch an seiner Doktorarbeit an der Germanistik. Visionen für die Zukunft?

„Ich könnte mir gut vorstellen, dass der DVB-Verlag ein Imprint in einem großen, renommierten Verlagshaus wird.“

Dafür wünschen wir ihm alles Gute!

Der nächste Stammtisch findet am 6. April statt – wir freuen uns auf euer Kommen!