Premiere: Meine erste Schulung und mein erster Urlaub in der Selbstständigkeit

Es gibt bekanntlich für alles ein erstes Mal. Umso schöner und wichtiger ist es, diesen Moment auszukosten und angemessen zu reflektieren. Anfang Juli habe ich meine erste Schulung – ein Crashkurs zu den Themen Rechtschreibung und Zeichensetzung – gehalten und für mich sowie die Teilnehmenden war das ein voller Erfolg. Immerhin habe ich viel positives und ehrliches Feedback erhalten; Tipps, die ich beim nächsten Mal auf jeden Fall berücksichtigen werde.

Wer mich kennt, weiß, dass es nicht gerade mein Fall ist, mich vor Menschen zu stellen und ihnen etwas zu erklären. Als Korrektorin und Lektorin genieße ich es normalerweise, die meiste Zeit meines Schaffens im Hintergrund bleiben zu können. Natürlich treffe ich meine Kundinnen und Kunden manchmal auch persönlich, die eigentliche Arbeit passiert aber in meinem Homeoffice – eine Kanne frisches, kühles Zitronenwasser, ein Duden zum Nachschlagen, mein Laptop und ich.

Soll ich oder soll ich nicht?

Dennoch habe ich euphorisch zugesagt, als mich ein befreundeter Unternehmer gefragt hat, ob ich für ihn und seine Mitarbeitenden eine kleine Schulung veranstalten möchte. Diese Chance habe ich einfach ergreifen müssen. Natürlich bin ich noch lange kein Profi im Vortragen und Vermitteln von Wissen, aber meine anfängliche Nervosität war schnell verflogen.

Ich habe zwar nicht vor, mich intensiv auf diesen Bereich zu fokussieren; für mich persönlich war es dennoch eine schöne Erfahrung und ich bin froh, die Chance bekommen und auch genutzt zu haben.

Wer unterschreibt mir meinen Urlaubsantrag?

Natürlich niemand. Und das hat Vor- und Nachteile. Die Möglichkeit, mir meine freien Tage selbst einzuteilen, ohne jemanden um Erlaubnis fragen zu müssen, spricht für sich. Andererseits verdient man als Selbstständige im Urlaub kein Geld, wie es in einem Angestelltenverhältnis der Fall wäre. 13. und 14. Gehalt gibt es natürlich auch nicht. Das bedeutet: Ich muss mich finanziell gut auf meine freien Tage vorbereiten und dafür sorgen, dass ich die Zeit davor nutze, um Rücklagen zu bilden. Aber auch die Zeit nach dem Urlaub sollte gut geplant sein. Das klingt stressig, bei guter Vorbereitung kann das allerdings gut gelingen und wird meine herrliche Urlaubsstimmung nicht vertreiben!

Deswegen erlaube ich mir, meinen ersten Urlaub anzutreten und entscheide für mich selbst: Den habe ich mir redlich verdient. Seit der Gründung meines Unternehmens im Sommer 2019 gab es keine echte Entspannungsphase. Klar, ich war zwar nicht von Beginn an voll ausgelastet, ich habe diese Zeit aber genutzt, um mir zu überlegen, wie ich neue Aufträge an Land ziehen kann. Auch an meiner Marketingstrategie und meinem Webauftritt habe ich gefeilt. Es gab immer etwas zu tun.

Doch in einer Woche beginnt mein Urlaub, zehn Tage lang. Darauf freue ich mich sehr! Ob ich es wirklich schaffe, E-Mails und Anfragen konsequent zu ignorieren? Das denke ich nicht. 😊 Eines weiß ich aber mit Gewissheit: Mein Firmenhandy bleibt abgedreht.

In diesem Sinne: Genieße auch du einen schönen Sommer und lass es dir gut gehen!